Refit

In den letzen 2 Wochen arbeiteten wir am Boot. Kapitänin Beate renovierte die Schlafkajüte. Zuerst mussten die alten Beläge und hartnäckigen Kleberreste entfernt werden – eine mühsame Arbeit! Erstaunlich, wo es überall Muskelkater geben kann. Jetzt ist die Kajüte mit 19 mm starker Isolierung ausgestattet, darüber ein weißer, abwaschbarer Wandbelag. Hier muss ich ein Schablone mit meinem Körper fixieren, damit Beate den Wandbelag passend zuschneiden kann:

Ich sägte die Reste der Hundekoje aus der Backkiste an Steuerbord und entfernte im Motorraum sowie in den Backskisten sämtliche alten Kabel und Installationen. Die neuen Leitungen verlaufen jetzt ordentlich in Kabelkanälen.

In der ersten Woche besuchte uns Werner, der das Boot vor uns 20 Jahre lang gesegelt hat. Er versorgte uns mit wertvollen technischen Tipps – und einem kleinen „Dieselkanister“, auf dem „Letzte Reserve“ steht. Der Inhalt ist hochprozentig und definitiv nichts für den Tank.

Am Donnerstag kam Rob, ein Kältetechniker, der den defekten Kompressor unseres Kühlschranks austauschte. Der erste hatte im letzten Jahr bereits nach zwei Wochen den Geist aufgegeben – vermutlich, weil ich ihn senkrecht eingebaut hatte (Handbücher sind ja bekanntlich nur was für Anfänger). Seitdem nennt mich Beate gelegentlich „Professor Doktor Gröne“.

Wie schon im letzten Jahr übernachteten wir im Loft, das von Baukje, Diederick und ihrer Familie vermietet wird. Es ist ein kleines Paradies. Baukje schafft es jedes Mal, uns mit liebevollen Veränderungen zu überraschen. Diesmal konnten wir zum ersten Mal unsere Mittagspausen und die Abende auf dem Steg direkt am Haus verbringen. Herrlich!

Loft
Loft

Zur Familie gehört auch Erin, der uns abends nach der Schule bei den Arbeiten unterstützte. Mit seinen handwerklich sauberen Arbeiten mit Fiberglas und Epoxid hat er uns beeindruckt.

Am Donnerstag besuchte uns Frans, ein Schiffsbaumeister aus Workum, der im Juni noch wichtige Reparaturen übernehmen soll. Beim Verlassen der Werkstatt fragte ich ihn, was er von ein paar Ausblühungen am Kiel hält. Er bat mich um Schraubendreher und Hammer – und stellte fest, dass das Blei des Kiels entlang aller Nähte rostig ist. An einer Stelle drang der Schraubendreher ganze zwei Zentimeter in die Bleisubstanz ein.

Nun muss geprüft werden, ob die Statik der Kielbefestigung unsere Reise überhaupt erlaubt. Am Dienstag wird Frans das Schiff in seine Werkstatt holen, um die Arbeiten dort aufzunehmen. Das war eine schlechte Nachricht – und sie raubt uns im Moment ein wenig den Schlaf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.